
Lokalaugenschein in Lota, der ehemaligen Bergbaustadt an der Pazifikküste. Hier waren die Zerstörungen durch das Erdbeben besonders schlimm. 2000 Häuser wurden völlig zerstört, mehr als 3500 zum Teil schwer beschädigt (Bild links) - die Hälfte aller Gebäude in Lota. Der Bürgermeister (Bild rechts) erhebt im Interview schwere Vorwürfe gegen die Regierung. Sie hätte die durch mehr als 25 Prozent Arbeitslosigkeit ohnehin schon schwer geprüfte Stadt im Stich gelassen. Hilfe sei nur zögerlich angekommen. Auch dass die Kommunikation und die Wasserversorgung völlig ausgefallen sei, wäre ein Skandal. Allerdings: Die Bewohner von Lota stünden geschlossen zusammen, würden sich gegenseitig helfen. "Lota hatte als erste Stadt Chiles Strom, hatte die erste Bierbrauerei des Landes und produzierte den ersten Computer Chiles. Wir werden auch diese Krise meistern."

So wie er denken alle Bewohner - aber dennoch ist man auf Hilfe von außen angewiesen. Zu groß sind die Zerstörungen, die das Beben hinterlassen hat. Als wir die Stadt verlassen, erschüttert gerade ein leichtes Nachbeben die Region Bio-Bio. Die Bewohner bleiben gelassen, zeigen keine Anzeichen von Furcht oder Panik. Und auch World Vision ist dort, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird: in einem so genannten "Child Friendly Space", einem hellen, freundlichen Zelt, können Kinder spielen, sich erholen oder sich ausruhen - alles unter Aufsicht von erfahrenen World Vision-Mitarbeitern. Eine Insel zum Glücklichsein inmitten des ganzen Dramas.
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