Fahrt nach Puerto Saavedra, eine Autostunde von Tamuco entfent am Pazifik gelegen: Auch hier hat das Erdbeben deutliche >Spuren hinterlassen. Die Straße am Strand ist von 60, 70 Zentimeter breiten meterlangen Furchen durchzogen, immer wieder wölbt sich der Betonbelag bis zu 30 Zentimeter in die Höhe. Unmittalbar am Meer liegt eine hundert Jahre alte Schule. Direktor Patricio Gonzales führt uns durch die Klassenräume: Überall klaffen Risse, Sägespäne am Fussboden sollen das Wasser aufsaugen, das durch das beschädigte Dach tropft. Das Gebäude ist eigentlich akut einsturzgefährdet, könnte beim nächsten Nachbeben jederzeit einstürzen. Hilfe von der Regierung? "Leider keine," wie Gonzales resigniert feststellt. Den Schülern ist das egal: Sie spielen in der Pause am Schulhof, haben sich aus Palmblättern Springschnüre gebastelt. Sie leben unbeschwert in den Tag hinein, sind wie die Kinder bei uns auch.
Montag, 10. Mai 2010
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