
Unser letzter Tag in Chile ist verbunden mit den bisher stärksten Eindrücken: Die Fahrt führt uns in die Hafenstadt Dichato, 40 Kilometer westlich von Concepcion. Als wir über die Hauptstraße in die Innenstadt kommen, bietet sich uns ein Bild der Zerstörung. Der Tsunami riß am 27. Februar mit drei Wellen - die höchste davon elf Meter - 850 Häuser mit sich. Das Wunder: "Nur" 17 Menschen kamen ums Leben, die Bewohner hatten sich rechtzeitig auf die Hügel der Umgebung geflüchtet. Tagelang war Dichato völlig von der Umwelt abgeschnitten, "entdeckt" wurde das Drama von einer TV/Journalistin, die mit dem Hubschrauber die Küste entlang geflogen war. Sie alarmierte die Helfer von World Vision, die binnen 24 Stunden die Stadt mit Hilfsgütern erreichten. World Vision ist nach wie vor vor Ort, Alejandro Cartes (Bild)koordiniert die Hilfsarbeiten aller NGOs in Dichato. Ein 24-Stunden Job. 130 Notquartiere wurden bisher errichtet, 519 sollen es bis Ende des Monats sein. Auch drei "Child friendly spaces" wurden errichtet, in ihnen finden die Kinder Ablenkung bei Spielen mit Gleichaltrigen.
Bedrückt verlassen wir Dichato, aber auch beeindruckt. Bedrückt wegen der Not der Menschen in dieser leidgeprüften Stadt, beeindruckt von ihrem Optimismus und ihrer Zuversicht, beeindruckt auch von den Leistungen der Helfer.







