Chile - ein Land voller Gegensätze: die Hauptstadt Santiago protzt mit Wolkenkratzern aus Glas, nur eine Flugstunde davon entfernt, finden wir auf dem Land dann jahrzehntealte Häuser aus Lehm, deren Wände nur noch durch den Willen der Bewohner zusammengehalten werden.
Und auch Freud' und Leid liegen hier ganz dicht beieinander: in unserem Entwicklungsprojekt Nuevos Horizontes, das vom Beben am 27. Februar besonders schwer betroffen wurde, leben obdachlos gewordene Familien in selbstgebauten Häusern aus alten Nylonsäcken, oder drängen sich mit ihren Kindern und der alten Mutter in einer winzigen Hütte - das Erdbeben machte besonders die Ärmsten der Armen zu Opfern. Minuten darauf erleben wir dann die pure Freude. Dann, als wir World Vision-Patenkinder besuchen und ihnen kleine Geschenke überreichen. Springschnüre oder Fussbälle zaubern innerhalb von Sekunden ein breites Lächeln in die Gesichter der Kleinen, dankbar umarmen sie uns und bedanken sich mit einem fröhlichen "Gracias".
Dann ein Treffen mit dem Bürgermeister von San Ignacio, der Kommune, in dem unser Entwicklungsprojekt liegt. Wilson Olivarez Bustamante schätzt die Arbeit von World Vision, auch sein Haus wurde durch das Beben beschädigt. Sein Hauptziel: allen Familien, die ihr Heim verloren haben, bis zum Wintereinbruch in einem Monat ein Dach über dem Kopf zur Verfügung zu stellen.
Freitag, 7. Mai 2010
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